Siberian Husky - Geschichte

Der Serum Lauf - Wettlauf gegen die Zeit
image-9464570-IMG_7874.w640.PNG
image-9464573-IMG_7903.w640.PNG

Die wohl grossartigste Hundegeschichte aller Zeiten ist die von den Hunden und Menschen, die 1925 nach Nome eilten, um Kinder vor der Diphtherie zu retten. Der Beweis steht noch heute im New Yorker Central Park. Jedes Jahr ströhmen Tausende dorthin, um das Denkmal  vom Schlittenhund Balto zu sehen.
Balto führte das letzte Gespann der Stafette an und fuhr 1925 im Schneesturm nach Nome, um das Serum gegen Diphtherie zu überbringen.

Nome, eine Stadt im Norden Alaskas, gefangen von erbarmungsloser Kälte und heftigen Schneestürmen. Dr. Curtis Welch war auf mehrere hundert Kilometer der einzige Arzt an diesem verlassenen Ort am Rand des Beringmeers. Auf der ganzen Welt gab es wohl kaum einen schlechteren Ort, um eine Stadt zu bauen. Dennoch war Nome fast über Nacht entstanden, nachdem zwei Schweden und ein Norweger in einem Bach einen Goldklumpen von der Grösse eines kleinen Felsbrockens gefunden hatten. Diese Entdeckung im Jahr 1898 löste einen Massenansturm aus und Nome entstand.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die Einwohnerzahl von Nome 20'000, mit 455 Indianern und 975 europäischen Siedlern war es 1925 die grösste Stadt im nördlichen Alaska.

In der Abgeschiedenheit Nomes behandelte Dr. Welch meistens Schnittwunden von Bergarbeitern und hin und wieder musste er eine Schusswunde behandeln oder erfrorene Gliedmassen amputieren. Er las verfügbare medizinische Veröffentlichungen und versuchte sich so auf dem Laufenden zu halten. In einer dieser Fachzeitschrift hatte Welch einiges über die Symptome der Diphtherie gelesen. Bevor es das Antitoxin gab, forderte die Diphtherie viele Todesopfer.

Am 21. Januar 1925 verstarb unter Welchs Händen das erste Kind an Diphtherie und der Arzt wusste, dass er ganz schlechte Karten hatte ohne das Antitoxin. Viele Kinder verstarben und die Epidemie breitete sich erbarmungslos aus.

Dr. Welchs Hilferuf an seine Kollegen nach Washingten lautete: Diphtherieepidemie,
brauche dringend eine Million Einheiten Diphtherie Antitoxin...... eine Woche später stand Welchs Hilferuf auf den Titelseiten aller Zeitungen in den Vereinigten Staaten.

Seppala war ohne Zweifel der schnellste Hundeschlittenführer in Alaska. Er arbeitete bei der Goldfirma und überwachte dort die 180 Kilomter langen Gräben, durch die Wasser zu den Goldminen geleitet wurde. Er transportierte auch Nachschub und Passagiere zu den Bergbausiedlungen. Da es unmöglich war im strengen Winter 1925 das Serum per Flugzeug zu transportieren kam man auf die Idee, das lebensrettende Serum mittels einer Hundestaffel nach Nome zu bringen. Bei widrigsten äusseren Bedingungen und auf einem gefahrvollen Weg von über tausend Kilometer, schaffte es die Hundestaffel nach Nome, 1085 Km in 127,5 Stunden! Am Montag Morgen, dem 2. Februar 1925 fuhr der letzte Schlittenhundeführer der Hundestaffel, Gunnar Kaasan, mit Leithund Balto, in Nome ein. Das Serum war hart gefroren und musste zuerst aufgetaut werden, dann konnte Dr. Welch mit der Rettung der Bewohner Nomes starten.

Alle Beteiligten an den Staffeln erhielten ein Dankesschreiben von US-Präsidenten Calvin Coolidge und die Territorialregierung belohnte die Musher mit je 25 US-Dollar.

Gunnar Kaasen, der Musher des Gespannes, das die letzte Etappe nach Nome gefahren war, wurde berühmt, zeigte sich und seinen Leithund Balto auf einer einjährigen Tournee an der Westküste der Vereinigten Staaten und spielte in einem halbstündigen Film mit dem Titel "Balto's Race  to Nome".

Balto und viele weitere Hunde der Staffeln wurden später unter widrigen Bedingungen als Attraktion präsentiert. Durch eine Spendeaktion der Kinder Clevelands konnten die Hunde ab dem 19. März 1927 ein dauerhaftes Heim im Zoo der Stadt finden.
Balto starb am 14. März 1933 und wurde präpariert und im Cleveland Museum of Natural History ausgestellt.

Seppala und sein Leithund Togo, die die grösste Distanz im Zug der ersten Staffel zurückgelegt und das Serum fast doppelt so weit transportiert hatten wie jedes andere Team, bekamen deutlich weniger Aufmerksamkeit als Kaasen mit seinem Balto. Seppalas Leithund Togo verstarb am 5. Dezember 1929. Auch Togo wurde präpariert und steht heute im Iditarod Museum in Wasilla, Alaska.
Die anderen Fahrer, vor allem diejenigen mit indianischer Herkunft, wurden von den Medien weitgehend ignoriert, obwohl sie zwei Drittel der Distanz zurückgelegt hatten.

Die Geschichte des Hundes Balto lieferte die Vorlage zum gleichnamigen Film. der 1995 erschien. 





Textauszüge und Fotos aus dem Buch: Nordwärts nach Nome von Gay und Laney Salisbury
wer sich tiefer mit dieser wahren Geschichte und der Geschichte der Schlittenhunde Alaskas auseinander setzen möchte, empfehle ich diesen Lesestoff.



image-9464591-IMG_7865.w640.PNG
Seppala mit Togo
image-9464594-IMG_7866.w640.PNG
image-9464600-IMG_7852.w640.JPG
Nome
image-9464603-IMG_7868.w640.PNG
image-9464606-IMG_7869.w640.PNG
image-9464609-IMG_7872.w640.JPG
Kaasen mit Balto
image-9464612-IMG_7895.w640.PNG